novemberelfe
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Laestiges Ding, diese Sonne. Sie haengt da oben und scheint und meint, sie wuerde alle gluecklich machen! Draussen ist Wind. Ich stelle mir vor dort draussen zu sein, dass der Wind mich erfasst und kuehlt, mich durch und durch fuellt mit Seeligkeit. Die Sonne ist laengst nicht mehr so maechtig. Der Herbst hat sie mittlerweile ganz verdraengt und waehrend ich gegen den Wind gehe, rascheln unter mir die Blaetter, diese braun-rot-gelben Nester. Abgestorben. Kalt. Vermodert. Aber waehrend man so aber sie drueber stapft, hoert man sie fluestern. Leise troestlich wispernde Worte. Sie ermutigen mich zum Weitergehen. Ich spuere die Kraft, die mich gegen den Wind laufen laesst. Immer schneller. Schneller. Schneller!
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Gedankenverloren betrachtete sie die Welt.
Ein Zusammenspiel von Leben und Tod. Liebe und Leid. ?ngsten und Hoffnungen. Kriegen und Tr?umen.
Es war schwer diese Welt zu lieben, dachte sie sich, und noch schwerer war es sich in ihr zurechtzufinden.
Am Anfang war da Gott, sagte man, er erschuf die Welt und sah, dass es gut war.
Was, fragte sie sich, aber was war es Gutes gewesen was Gott glaubte gesehen zu haben? War es die Natur mit ihrer Sch?nheit, das Tierreich mit seiner Vielfalt oder der Mensch mit seiner Liebe? War es denn nicht diese Liebe, die der Natur ihre Sch?nheit und dem Tierreich seine Vielfalt genommen hatte? Diese Liebe, die manche Menschen hatte aufh?ren lassen an sie zu glauben? Liebe war Leid gewichen, nach Leid waren Hoffnungen gekommen, verdr?ngt wurden sie von ?ngsten. Krieg hatte die Welt beherrscht, hatte den Tod heraufbeschworen.
Leben. Welcher Tr?umer besa? noch die Hoffnung zu leben und gleichzeitig zu lieben?

Durch das Fenster sah sie die Stra?e. Eine graue Schlange, die sich in den Boden fra? und sich wie die Wurzel eines Baumes durch die Gegend wand. Autos und andere Monster bahnten sich einen Weg ?ber ihre farblosen Schuppen, die von narbenartigen schwarzen Adern durchzogen waren. Gelegentlich blitzte eines ihrer endlosen vergitterten schwarzen Augen auf, von denen so mancher lieber Abstand hielt, weil sie alles Liebe und vor allem Teuere verschlangen. Mutters Ehering und der himmelblaue Gummiball des Nachbarskindes waren schon zu Opfern geworden. Gl?nzende Drahtesel, der ganze Stolz vieler Schulkinder, ob rot lackiert oder schwarz-gelb gestreift, bretterten ?ber die B?rgersteige und zogen die Echos schriller Klingelsalven hinter sich her.
Man h?tte die Luft schneiden k?nnen. Es war nicht sonderlich warm an diesem herbstlichen Septembertag, aber der Himmel war kurz davor all seine Wut und Trauer auf die Welt herabregnen zu lassen. Ganz zu schweigen von der wartenden Spannung eines aufziehenden Gewitters?
29.1.06 13:03
 


bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Juniregen / Website (29.1.06 13:07)
"Liebe war Leid gewichen, nach Leid waren Hoffnungen gekommen, verdrängt wurden sie von Ängsten. Krieg hatte die Welt beherrscht, hatte den Tod heraufbeschworen.
Leben. Welcher Träumer besaß noch die Hoffnung zu leben und gleichzeitig zu lieben? "

wir alle sind träumer denn sonst könnten wir nicht durch die welt gehen die den krieg den menschen erklärt hat


BeautifulExperience / Website (29.1.06 15:21)
Ein fantastischer Text! Und ich werde nicht viel dazu sagen, weil jeder Kommentar zu sehr von dem ablenkt, was inhaltlich rüberkommt. Ich sage es mit ein paar Worten von Prince:

When the things U know are right are far from what they seem
When the past becomes future and time becomes a dream
When the light of God is the only thing in life that will redeem

Welcome, welcome 2 the dawn



regenbogenfarben / Website (29.1.06 18:45)
Hi! Ganz stark geschrieben! Ist das jetzt Teil einer Geschichte, oder sind das mehr deine eigenen Gedanken?

xx


nize / Website (29.1.06 20:22)
Hoffnung.


nize / Website (7.2.06 19:09)
Morphium.

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